Allgemeine Geschäftsbedingungen
1. Geltungsbereich und Zielgruppe
1.1. Diese AGB gelten für alle Verträge über die Nutzung der
Software-as-a-Service-Dienste (SaaS) unter dienstplan.org und
dipla.org, geschlossen zwischen Michael Kraus (Einzelunternehmen),
handelnd unter kcs - kraus custom saas, Simone-Weil-Str. 6, 85049
Ingolstadt (nachfolgend „Anbieter“) und dem Kunden (nachfolgend
„Mandant“).
1.2. Abweichende AGB des Mandanten werden nicht Vertragsbestandteil.
1.3. Ausschließlicher B2B- und Organisations-Fokus: Das Angebot richtet sich ausschließlich an juristische Personen, Behörden, BOS, eingetragene und nicht eingetragene Vereine, sonstige organisatorische Zusammenschlüsse (z. B. im Ehrenamt) sowie Unternehmer im Sinne des § 14 BGB. Ein Vertragsschluss mit Verbrauchern (§ 13 BGB) ist ausgeschlossen.
2. Vertragsgegenstand und Leistungen
2.1. Bereitstellung eines selbstorganisierten Besetzungsplans
(„Dienstplan“), der Einsatzdokumentation („Einsatzprotokoll“) sowie
weiterer kleiner Anwendungen (z.B. Notizen) als SaaS-Lösung.
2.2. Der Funktionsumfang richtet sich nach dem gebuchten Paket
("Free", "Team", "Organisation", "Individuell").
2.3.
Import-, Export- und Schnittstellenfunktionen: Der
Mandant ist allein dafür verantwortlich, dass die Nutzung etwaiger
Datenimport- und -exportfunktionen (z.B. Datenexport, Kalender-Abruf
per iCal) rechtmäßig ist und erforderliche behördliche oder technische
Freigaben vorliegen.
2.4. Die Plattform ist
kein System zur primären Alarmierung von
Einsatzkräften. Der Anbieter übernimmt keine Verantwortung für die
Zustellung von Alarmierungen.
2.5. Dem Mandanten wird eine isolierte Subdomain unter dipla.org
zugewiesen.
2.6. Weiterentwicklung und Leistungsänderung: Der
Anbieter entwickelt die Software kontinuierlich weiter. Der Anbieter
behält sich vor, Funktionen zu erweitern, zu ändern oder
einzuschränken, soweit dies dem Mandanten zumutbar ist und die
Erreichung des Vertragszwecks nicht gefährdet.
3. Vertragsschluss, Registrierung und Nutzungsbeschränkungen
3.1. Der Mandant gibt durch Abschluss des Registrierungsvorgangs ein
verbindliches Angebot zum Abschluss eines Nutzungsvertrages ab. Der
Vertrag kommt zustande, sobald der Anbieter dieses Angebot durch
Freischaltung des Accounts (Bereitstellung der Umgebung) oder durch
eine ausdrückliche Bestätigungs-E-Mail annimmt.
3.2. Kostenlose Testphase ("Team"): Der Mandant kann
das Paket „Team“ für 30 Tage kostenfrei testen. Diese Phase geht
nicht automatisch in ein kostenpflichtiges Abonnement
über. Ohne aktive Buchung wird das Konto anschließend auf das
„Free“-Paket zurückgestuft oder in erweiterten Funktionen pausiert.
3.3.
Verbot der Mehrfachregistrierung (Multi-Accounting):
Pro Organisation (juristische Person, Verein etc. im Sinne von Ziffer
1.3) darf nur ein Mandant (Account) registriert werden. Die Aufteilung
einer Organisation auf mehrere Konten, insbesondere zur Umgehung von
Paket-Beschränkungen oder zur mehrfachen Nutzung des kostenlosen
„Free“-Pakets, ist unzulässig.
3.4. Verbot der Weitergabe und Untervermietung: Der
Mandant ist nicht berechtigt, sein gebuchtes Paket, die ihm
zugewiesene Subdomain oder Teile der Infrastruktur (z. B. einzelne
Dienstpläne oder Apps) an Dritte (z. B. andere, rechtlich
eigenständige Vereine, Verbände oder Unternehmen) entgeltlich oder
unentgeltlich weiterzugeben, zu untervermieten oder diesen zur
eigenständigen Nutzung zu überlassen. Das Konto ist ausschließlich für
den internen Gebrauch der jeweils registrierten Organisation
bestimmt.
3.5. Weitere verbotene Handlungen: Es ist dem
Mandanten und seinen Nutzern ausdrücklich untersagt, (a) technische
Beschränkungen oder Paket-Limits der Software zu umgehen (z. B. durch
das Teilen personalisierter Nutzer-Zugänge unter mehreren Personen),
(b) die Plattform für rechtswidrige Zwecke zu nutzen oder
Schadsoftware hochzuladen, (c) die Software einem Reverse-Engineering
zu unterziehen, (d) automatisierte Skripte, Bots oder Scraper zum
Auslesen von Daten (außerhalb der regulären
Export-Schnittstellen/iCal) einzusetzen, sowie (e) ungefragte
Sicherheits- oder Lasttests (Penetration Testing) durchzuführen. Bei
Verstößen gegen die Ziffern 3.3 bis 3.5 behält sich der Anbieter das
Recht vor, das Konto sofort zu sperren und den Vertrag außerordentlich
zu kündigen.
4. Preise, Upgrades und Zahlungsbedingungen
4.1. "Free" ist dauerhaft kostenlos.
4.2. Ein Upgrade in ein höheres Paket ist jederzeit möglich und wird
sofort wirksam. Ein Downgrade ist zum Ende des jeweiligen
Abrechnungsmonats möglich. Es erfolgt keine tagesgenaue Abrechnung.
Alle angegebenen Preise verstehen sich als Nettopreise zuzüglich der
jeweils geltenden gesetzlichen Umsatzsteuer.
4.3. Rechnungen werden per E-Mail oder Post übermittelt und sind
innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsdatum ohne Abzug zur Zahlung
fällig. Die Zahlung erfolgt per Überweisung auf das in der Rechnung
angegebene Bankkonto. Im Falle des Zahlungsverzugs gelten die
gesetzlichen Bestimmungen (§ 288 BGB), insbesondere fallen
Verzugszinsen in Höhe von 9 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz
sowie eine Verzugspauschale von 40 Euro an.
4.4. Bei Zahlungsverzug behält sich der Anbieter eine vorübergehende
Sperrung nach vorheriger Mahnung vor.
4.5. Preisanpassungen: Der Anbieter behält sich vor,
die Preise für kostenpflichtige Pakete zur Deckung gestiegener Kosten
(z. B. Hosting, Personal) angemessen anzupassen. Die Anpassung wird
dem Mandanten mindestens vier Wochen vor Inkrafttreten per E-Mail
mitgeteilt. Ist der Mandant mit der Änderung nicht einverstanden, kann
er den Vertrag außerordentlich zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der
Preisänderung kündigen.
5. Besondere Datensicherheit (Zero-Knowledge) und Mitwirkungspflichten
5.1. Die Inhalte der Einsatzdokumentation („Einsatzprotokoll“) und der Notizen werden durch clientseitige Zero-Knowledge-Verschlüsselung (ZKE) gesichert. Nicht verschlüsselt sind die Daten, die der Server auswerten können muss: die Dienstplandaten, die Stammdaten der Einsatzdokumentation sowie die daraus erzeugten Statistiken. Sie sind durch Zugriffsrechte, Mandantentrennung und Transportverschlüsselung geschützt, für den Anbieter aber technisch lesbar.
5.2. Wichtiger Hinweis zum Datenverlust (ZKE): Das System nutzt eine "Self-Healing"-Funktion (Entschlüsselung durch mindestens einen verbleibenden Nutzer) sowie einen initialen Recovery-Key (Wiederherstellungsschlüssel) für den Mandanten. Sollten jedoch alle berechtigten Nutzer einer Organisation ihre Zugangsdaten verlieren und der Recovery-Key nicht mehr vorliegen, sind die verschlüsselten Daten technisch unwiederbringlich verloren. Eine Haftung des Anbieters ist insoweit ausgeschlossen.
5.3. Der Mandant stellt sicher, dass die eingeladenen Nutzer die Systemvorgaben und geltendes Recht einhalten. Der Mandant und seine Nutzer sind verpflichtet, ihre Zugangsdaten sowie den Recovery-Key streng vertraulich zu behandeln und durch geeignete technische sowie organisatorische Maßnahmen vor dem Zugriff unbefugter Dritter zu schützen.
6. Laufzeit, Kündigung und Datenlöschung
6.1. "Free" läuft auf unbestimmte Zeit, kündbar mit Frist von 14
Tagen.
6.2. Kostenpflichtige Pakete: Grundlaufzeit einen (1)
Monat, automatische Verlängerung um einen weiteren Monat, wenn nicht
mit einer Frist von 14 Tagen zum Laufzeitende
gekündigt wird.
6.3. Kündigungen können in Textform erfolgen.
6.4. Datenexport: Der Mandant ist für den
rechtzeitigen Export seiner Daten vor Beendigung selbst
verantwortlich. Der Anbieter stellt hierfür eine unverschlüsselte
Exportfunktion (z. B. CSV, JSON oder XML) bereit.
6.5. Spätestens 30 Tage nach Beendigung werden alle Mandantendaten
physisch gelöscht.
6.6. Außerordentliche Kündigung: Das Recht zur
außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt für beide
Parteien unberührt.
6.7. Löschung bei Inaktivität (Free-Paket): Bei
Mandanten, die ausschließlich das kostenfreie „Free“-Paket nutzen,
behält sich der Anbieter vor, das Konto sowie alle zugehörigen Daten
zu löschen, wenn sich kein Nutzer der Organisation für einen Zeitraum
von mehr als zwölf (12) Monaten in das System eingeloggt hat. Der
Anbieter wird den Mandanten vier Wochen vor der geplanten Löschung per
E-Mail an die hinterlegte Besitzer-Adresse warnen.
7. Gewährleistung und Verfügbarkeit
7.1. Der Anbieter strebt eine Erreichbarkeit von
95 % im Jahresmittel an.
7.2. Ausgenommen sind angekündigte Wartungsarbeiten, höhere Gewalt
oder externe Ausfälle (z. B. Hosting-Provider).
7.3. Maßgeblich für die Verfügbarkeit ist der Übergabepunkt am
Router-Ausgang des Rechenzentrums, in dem die Software gehostet wird.
Für die Internetverbindung des Mandanten ist dieser selbst
verantwortlich.
8. Haftung
8.1.
Ausschluss der verschuldensunabhängigen Haftung: Die
verschuldensunabhängige Haftung auf Schadensersatz für bei
Vertragsschluss vorhandene Mängel (§ 536a Abs. 1 Alt. 1 BGB) wird
ausgeschlossen.
8.2. Unbeschränkte Haftung für Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit,
Verletzung von Leben/Körper/Gesundheit und nach dem
Produkthaftungsgesetz.
8.3. Bei leicht fahrlässiger Verletzung von Kardinalpflichten ist die
Haftung des Anbieters auf den vertragstypischen, vorhersehbaren
Schaden begrenzt, maximal jedoch auf die Höhe der vom Mandanten in den
letzten 12 Monaten vor Schadenseintritt gezahlten Vergütung. Im
Übrigen ist die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
8.4. Die Haftung für Datenverlust wird auf den typischen
Wiederherstellungsaufwand beschränkt, der bei regelmäßigen Backups
eingetreten wäre. Soweit der Datenverlust auf einem Verlust der
Entschlüsselungsparameter durch den Mandanten (siehe Ziffer 5.2)
beruht, ist jegliche Haftung des Anbieters hierfür vollständig
ausgeschlossen.
9. Schlussbestimmungen
9.1. Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss
des UN-Kaufrechts.
9.2. Ausschließlicher Gerichtsstand ist Ingolstadt.
9.3. Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, bleibt die
Wirksamkeit der übrigen unberührt.
9.4. Änderungsvorbehalt (AGB-Änderungen): Der
Anbieter behält sich das Recht vor, diese AGB jederzeit mit Wirkung
für die Zukunft zu ändern, es sei denn, dies ist für den Mandanten
nicht zumutbar. Der Anbieter wird den Mandanten rechtzeitig,
spätestens jedoch vier Wochen vor Inkrafttreten, über die Änderungen
per E-Mail informieren. Widerspricht der Mandant der Geltung der neuen
AGB nicht innerhalb von vier Wochen nach der Benachrichtigung, gelten
die geänderten AGB als angenommen. Der Anbieter wird in der
Benachrichtigung auf das Widerspruchsrecht und dessen Bedeutung
hinweisen.
10. Datenschutz und Auftragsverarbeitung
10.1. Soweit der Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag des Mandanten verarbeitet, schließen die Parteien hierüber einen separaten Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) nach Art. 28 DSGVO ab. Dieser wird dem Mandanten bei Registrierung elektronisch bereitgestellt und ist Bestandteil dieses Vertrages.